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| Festschrift
Dürrn zur Einweihung am 03. Dezember 2000, herausgegeben
von der Ev. Kirchengemeinde Dürrn.
...hat 16 Register aus 13
Pfeifenreihen.
Die Bauart der Register unterscheidet sich um so mehr, je größer eine Orgel ist. Dennoch kann eine große Orgel niemals die kleinere ersetzen und umgekehrt. Jede Pfeifenreihe nimmt nämlich der benachbarten Resonanz- und Ausspracheraum und vergrößert die Entfernung zwischen der Schallquelle und dem Hörer. Ein einzelnes Register, frei im Raum aufgestellt, erzeugt prächtigeren Klang, als wenn es zwischen vielen anderen Pfeifenreihen aufgestellt ist. Eine nicht klingende Pfeifenreihe wirkt auf die klingende wie ein „Schallabsorber“, eine klingende entzieht der anderen Wind (Energie). Das ist der Grund, weshalb Orgeln mit geringer Registerzahl erstaunliche Präsenz und Klangfülle entwickeln können. Ökonomie bei der Registerzahl
lohnt sich also. Wie auch sonst in der Kunst verstärkt Sparsamkeit,
in unserem Falle beim Gestaltungsmittel Orgelregister, die Aussagekraft
des Instruments.
Beim Planen einer neuen Orgel
steht am Anfang aller Überlegung der Raum. In dreifacher Weise bestimmt
er das Orgelkonzept: Durch seine Maße, seine akustische Eigenart
und durch seine Innenarchitektur.
Mit dem Fortschreiten der Instrumentenbaugeschichte werden immer wieder neue Ufer erreicht, welche beispielsweise die Eindeutigkeit eines Instrumententyps klarer darstellen und dem Orgelspieler auch angemesseneres Bedienen des Instruments ermöglichen. Interessanterweise wird zugleich der Blick in die Vergangenheit immer schärfer und man kann besser verstehen, wie die Orgelliteratur jüngeren und älteren Datums mit dem spezifischen Orgelkonzept zusammengehört. Daraus erwächst eine begründete Orientierung. Ohne ängstlich altvertrautes buchstabengetreu wiederholen zu müssen, kann man bewährte Wege beschreiten und dennoch jedem Instrument seinen eigenen Charakter angedeihen lassen. Aus diesem Geist heraus ist auch die neue Orgel für die Evang. Kirche in Dürrn entstanden. Mit ihren 13 Pfeifenreihen ist sie keine große Orgel. Dennoch hat sie Ausmaße einer mittleren Kirchenorgel, weil das Hauptregister, das in der Front steht, im „Prospekt“, ein Prinzipal 8’ ist, (genannt Suavial,) d.h. die größte Pfeife des Registers (groß C) ist acht Fuß lang (8 x 30 cm gleich 2,40 m). Dieses Register bestimmte die Ausmaße des Gehäuses mit, in welchem weitere Principalregister des „Hauptwerks“ stehen, einschließlich einer Mixtur, (die pro Ton zwei bis drei Pfeifen in Quintabstand besitzt,) ein Gedackt 8’ von Eichenholz und dazu der Bordun 16’. Stehen Pfeifen zweier unterschiedlicher
Werke, wie in unserem Fall vom Hauptwerk und vom Pedal, in demselben Gehäuse,
auf einer gemeinsamen Windlade, beherbergt letztere auch die Ventile beider
Werke. Damit ist eine Voraussetzung dafür gegeben, die Register des
Hauptwerks ohne den Einsatz der Pedalkoppel (also mittels Transmission)
auch im Pedal frei verfügbar zu haben.
So ist dieses Instrument
sehr ökonomisch ausgestattet. Jede einzelne Stimme wird dringend im
Ensemble benötigt und die meisten sind auch solofähig. Wir schenkten
jedem einzelnen Register beim Bauen und Intonieren ungeteilte Zuwendung,
damit es so klingt, dass man es immer wieder hören mag und jede Pfeife
das sagt, was sie sagen möchte.
Manfred Zeller machte das
Herzstück der Orgel, welches alle Funktionen bündelt, die Windladen
(auf denen die Orgelpfeifen stehen, auch die sichtbaren Pfeifen im Prospekt.
Zu den Windladen hin wird der Wind aus dem Balg geleitet, wird die Tastenmechanik
geführt und auch die Registermechanik). Er baute auch die Registermechanik.
Hans-Peter Eckert schuf die Voraussetzung für einen gesunden, ansprechenden
Klang, das Pfeifenwerk. Mathias Jung gab allen Wünschen und Ideen
Maß und Zahl, indem er die Bauzeichnungen fertigte, beteiligte sich
aber auch am Bau der Pfeifen, z.B. durch die Herstellung der „Kehlen“ für
die Zungenstimmen.
Wir sind der Evangelischen Kirchengemeinde von Dürrn sehr dankbar und verbunden für das in uns gesetzte Vertrauen und wünschen sehr, daß die neue Orgel in dem neu gestalteten Kirchenraum eine lebendige Heimat findet. Johannes Rohlf
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